Was ist ein Angel-Syndikat?
Ein Lead-Investor teilt Deals, jeder Co-Investor entscheidet selbst, ob er investiert.
Ein Angel-Syndikat ist eine Gruppe von Investoren um einen erfahrenen Business Angel, den Lead-Investor. Der Lead teilt einzelne Deals (Anlageempfehlungen), jeder Co-Investor entscheidet selbst, ob und mit welchem Betrag er investiert, und im Erfolgsfall erhält der Lead einen Carry.
Wer ist an einem Syndikat beteiligt?
- Lead-Investor (kurz Lead): Er legt Investmentthese und Fokus des Syndikats fest, wählt Startups aus und teilt Deals mit seinem Netzwerk. Er muss nicht bei jedem Deal selbst investieren. Wir empfehlen ein eigenes Investment. Das Investment des Leads wird offengelegt, damit Co-Investoren seine Interessenlage einschätzen können.
- Co-Investoren: Investoren, die an der Seite des Leads investieren, Deal für Deal und mit eigener Ticketgröße.
- Startup: Es erhält die Investments und neben Kapital oft auch das Netzwerk und die Erfahrung des Leads.
Wie funktioniert ein Angel-Syndikat bei beel?
- Syndikat aufsetzen: Der Lead legt Investmentthese und Fokus fest und teilt sein Syndikat über einen Einladungslink mit seinem Netzwerk. Er entscheidet, wer beitritt.
- Beitreten: Beim Beitritt unterzeichnen die Co-Investoren digital die Tippgebervereinbarung von beel. Darin wird dem Lead der Carry zugesichert.
- Deal teilen: Der Lead stellt seinem Syndikat ein Startup vor. Interessierte Co-Investoren geben eine unverbindliche Ticketgröße an. Es gibt keine Verpflichtung und keinen Kapitalabruf.
- Konditionen verhandeln: Der Lead verhandelt die Konditionen und teilt dem Startup die Summe der Interessenbekundungen mit.
- Investieren: Jeder Co-Investor investiert direkt in das Startup. Läuft der Deal über beel, zeichnet er Eigenkapital-Genussrechte (EK-Genussrechte) und hält sie selbst, sichtbar im eigenen Dashboard. Ein Deal kann auch außerhalb von beel abgeschlossen werden.
- Carry: Erzielt ein Investment einen Gewinn, erhält der Lead den vereinbarten Carry auf den Anteil der Co-Investoren.
Was bringt ein Syndikat dem Lead und den Co-Investoren?
Viele erfahrene Business Angels teilen Investment-Möglichkeiten mit Freunden und Bekannten, ohne dafür eine Vergütung zu erhalten. Ein Syndikat gibt diesem Teilen eine feste Struktur, und beide Seiten profitieren:
- Für den Lead: Er erhält für seine Deals einen Carry auf den Anteil der Co-Investoren, wenn ein Investment einen Gewinn erzielt. So wird aus einem unbezahlten Tipp eine vergütete Tätigkeit, ohne dass er selbst hohe Summen investieren muss.
- Für die Co-Investoren: Sie erhalten Zugang zu Deals, die ein erfahrener Lead ausgewählt hat und die sie über ihr eigenes Netzwerk oft nicht gefunden hätten. Bei jedem Deal entscheiden sie selbst, ob sie investieren.
- Für Venture Capitalists: Sie öffnen Deals, in die ihr Fonds schon investiert ist, für ihr Netzwerk, etwa wenn die Runde noch Platz hat oder das Ticket außerhalb des Fondsmandats liegt.
Was unterscheidet ein Syndikat bei beel von einem Fonds oder einem SPV?
- Kein Pooling-Vehikel: Es wird weder ein SPV noch ein Fonds gegründet (Vergleich der Beteiligungsformen).
- Keine Fondsbindung: Co-Investoren entscheiden bei jedem Deal neu.
- Keine Kapitalverwaltung: Die Co-Investoren halten ihre Beteiligungen selbst. Der Lead verwahrt weder Kapital noch Beteiligungen.
- Keine Lizenz, aber eine BaFin-Anzeige: Für ein Syndikat auf beel braucht der Lead keine Lizenz für Fondsmanagement oder Anlagevermittlung. Weil seine Deals als Anlageempfehlungen gelten, zeigt er seine Tätigkeit nach dem Wertpapierhandelsgesetz (WpHG) vorab einmalig bei der BaFin an. beel stellt den Entwurf dafür bereit.
Öffentliche und private Syndikate
Ein öffentliches Syndikat zeigt beel auf seiner Syndikatseite, damit potenzielle Co-Investoren es finden. Ein privates Syndikat teilt der Lead nur über seinen Einladungslink. In beiden Fällen entscheidet der Lead, wer beitritt.
Was kostet ein Angel-Syndikat?
Der Lead zahlt 390 € pro Monat oder 3.990 € pro Jahr (netto). Co-Investoren zahlen keine Gebühren an beel, nur den vereinbarten Carry an den Lead, wenn ein Gewinn anfällt. Startups zahlen nach den Preisen von beel, wenn sie das Closing über beel abwickeln (Was kostet beel?).
Kann ich meine EK-Genussrechte später verkaufen?
EK-Genussrechte lassen sich über den Sekundärmarkt von beel handeln, sofern das Startup den Handel zulässt. Das ist eine mögliche, keine garantierte Liquidität (mehr zur Handelbarkeit).
Startup-Investments sind mit hohem Risiko verbunden und können bis zum Totalverlust führen. Weder der Lead noch beel haften für den wirtschaftlichen Erfolg. Die Investmententscheidung trifft jeder Co-Investor selbst.
beel weist darauf hin, dass es keine Rechts- oder Steuerberatung anbietet. Ob für deine Tätigkeit als Lead im Einzelfall weitere Anforderungen gelten, klärst du am besten mit einem Rechts- oder Steuerberater.